Hallstatt zählt zu den bekanntesten Tourismusdestinationen Österreichs. Mit der hohen Attraktivität des Ortes gehen jedoch auch große Herausforderungen einher: Nach dem Ende der Corona-Beschränkungen haben sich die Besucher:innenzahlen wieder deutlich erhöht. Dadurch kam es zunehmend zu Nutzungskonflikten im Marktbereich sowie zu starken Belastungen der Landesstraße und der Verkehrsinfrastruktur.
Die Gemeinde Hallstatt beauftragte komobile im Rahmen eines LEADER-Projektes mit der fachlichen Begleitung bei der Entwicklung eines Besucher:innenlenkungs und Kontingentierungssystems für Hallstatt. Ziel war es, fachliche Grundlagen für eine nachhaltige, regional abgestimmte Steuerung der Besucher:innenströme und der Mobilität zu erarbeiten.
Die Bearbeitung erfolgte in Begleitung einer Steuerungsgruppe, in der neben Vertreter:innen der Gemeinde Hallstatt auch die umliegenden Gemeinden, der regionale Tourismusverband und wichtige Stakeholder der Region (Tourismus, Seilbahn) eingebunden waren.
Im Rahmen des Projekts wurden zunächst die Ausgangslage und die Entwicklung der Besucher:innen- und Verkehrsströme analysiert. Darauf aufbauend wurden Zielwerte für die künftige touristische Entwicklung formuliert. Dabei wurden unterschiedliche Nutzer:innen getrennt betrachtet – von Nächtigungsgästen über Besucher:innen der Salzwelten bis hin zu Tages- und Kurzzeitgästen.
Ein zentrales Thema war die mögliche Einführung eines Kontingentierungssystems. Dabei wurde geprüft, wie Besuche in Hallstatt künftig vorab gebucht und zeitlich zugewiesen werden könnten. Internationale Beispiele wie Machu Picchu, Venedig oder Schloss Schönbrunn wurden hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf Hallstatt analysiert.
Auf dieser Grundlage wurde ein integriertes Mobilitätskonzept Hallstatt 2030 erarbeitet. Dieses umfasst unter anderem Vorschläge zu Besuchenden, rechtlichen und technischen Umsetzungsmöglichkeiten, Stellplatzorganisation für unterschiedliche Verkehrsmittel, Verkehrsleitsystemen, Informationsangeboten für Gäste, Verbesserungen im öffentlichen Verkehr, Vorgaben für die Hallstätter See-Schifffahrt sowie baulichen Infrastrukturmaßnahmen.
Ein breiter Konsens zu einer Obergrenze von maximal 5.500 Tagesbesuchern konnte gefunden werden. Die Umsetzung von konkreten Maßnahmen der Besucher:innenlenkung wird weiter verfolgt. Parallel zur Arbeit wurden mehrere Maßnahmen der Optimierung des Verkehrsablaufs umgesetzt bzw. deren Umsetzung in die Wege geleitet.