klimaaktiv Konferenz

Unter dem Motto „Gemeinsam zum Erfolg: Wie Klimaschutz, Energiewende und Aktive Mobilität Österreichs Wirtschaftsstandort sichern“ fand Anfang Juni die klimaaktiv Konferenz 2026 statt. Für uns als Büro aber speziell auch für das von uns betreute klimaaktiv mobil Beratungsprogramm „Mobilitätsmanagement für Städte, Gemeinden und Regionen“ bot die Veranstaltung einen Tag voller Impulse, Austausch und wertvoller Inputs für die weitere Beratungstätigkeit.

Ein besonderer Programmpunkt war die gemeinsame Session mit dem Beratungsprogramm „Mobilitätsmanagement für Betriebe, Bauträger und Flottenbetreiber“ zum Thema:

„Erfolgreiche Maßnahmen aus der Praxis – Wie Betriebe und Gemeinden nachhaltige Mobilität fördern“

Im Mittelpunkt standen konkrete Beispiele aus Gemeinden und Betrieben, die zeigen, wie nachhaltige Mobilität auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen Schritt für Schritt umgesetzt werden kann. Neben der KAGes und der Sparkasse Oberösterreich präsentierten auch die Gemeinden Wartberg ob der Aist und Wiener Neudorf ihre Erfahrungen aus der Praxis.

Wartberg ob der Aist: Lebenswerte Gemeinde durch aktive Mobilität

Bürgermeister Dietmar Stegfellner zeigte am Beispiel Wartberg ob der Aist, wie aktive Mobilität in einer kleinen Landgemeinde langfristig entwickelt werden kann. Ausgangspunkt waren unter anderem unsichere Schulwege, fehlende Fuß- und Radwegverbindungen, Lücken im Wegenetz und eine hohe Autoabhängigkeit. Die Gemeinde setzte daher auf durchdachte Konzepte als Grundlage für die Umsetzung: vom Fuß- und Radwegekonzept 2016 über das stadtregionale Fuß- und Radwegenetz 2018 bis zum Fußverkehrskonzept 2023.

Besonders deutlich wurde: Viele Wege in Gemeinden sind kurz. Entscheidend ist, ob sie sicher, attraktiv und alltagstauglich ohne Auto zurückgelegt werden können. In Wartberg wurden unter anderem Gehwegverbindungen verbessert, Lücken geschlossen, Schulwege gesichert, Querungsstellen sicherer gestaltet und neue Radverbindungen geschaffen. Beispiele wie die Schulstraße, die Querung Lamplgasse, der Radweg nach Gaisbach oder der Radweg entlang der B124 zeigen, wie aus Konzepten sichtbare Verbesserungen im Alltag entstehen.

Die Wirkung reicht über einzelne Infrastrukturmaßnahmen hinaus: mehr Sicherheit, besser vernetzte Ortsteile, höhere Aufenthaltsqualität und ein hoher Nutzungsgrad neuer Radwege im Alltag ebenso wie in Freizeit und Sport. Gleichzeitig wurde deutlich, dass aktive Mobilität ein langfristiger Prozess ist, der Kontinuität, Bewusstseinsbildung und passende Fördermöglichkeiten braucht.

Wiener Neudorf: Kooperation als Standortvorteil

Fritz Hudribusch, Abteilungsleiter Bauen, Umwelt und Verkehr der Marktgemeinde Wiener Neudorf, spannte den Bogen zwischen Gemeinden, Betrieben, Bauträgern und Raumplanung. Wiener Neudorf ist mit rund 6 km² eine kleine Gemeinde, weist aber zugleich etwa 9.500 Einwohner:innen, rund 13.000 Arbeitsplätze und rund 600 Betriebe auf. Dazu kommen hohe Verkehrsbelastungen durch A2, B17 und B11 sowie Ziel- und Quellverkehr aus Wohngebieten, Betriebsgebieten und Einkaufsstandorten.

Die Gemeinde zeigt, wie Verkehrsplanung, Raumplanung und Mobilitätsmanagement zusammengedacht werden können. Grundlage dafür sind unter anderem ein Generalverkehrskonzept, die Definition und Bewertung wichtiger Zielorte, der Ausbau von Fuß- und Radwegen, die Optimierung des öffentlichen Verkehrs, E-Carsharing, Mobilitätskonzepte von Bauwerbern sowie Planungen für Kinder, Senior:innen und weitere Zielgruppen.

Ein eindrucksvolles Beispiel ist die nachhaltige Ortskernbelebung rund um den Bahnhofsplatz: Aus einer versiegelten Asphaltfläche entsteht ein multimodaler Knotenpunkt mit Entsiegelung, Begrünung, Bäumen, Aufenthaltsflächen, Fahrradboxen, E-Carsharing, Scooterstellplätzen, Ladestation und weiteren Angeboten. Auch bei Mobilitätskonzepten für Betriebe setzt Wiener Neudorf auf konkrete Bausteine wie Grundabtretungen, E-Carsharing, E-Fahrräder, personenbezogene ÖV-Fahrkarten, hochwertige Fahrradabstellplätze, Mobilitätsmanagement und jährliche Evaluierung.

Die ersten Ergebnisse zeigen, welches Potenzial in der Zusammenarbeit liegt: fertiggestellte Projekte mit reduziertem MIV-Anteil, E-Carsharing-Angebote im Ort, Verbesserungen im Radwegenetz, mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und eine positive Stimmung in Bevölkerung und Betrieben.

Gemeinsame Lösungen schaffen

Die Beispiele aus Wartberg ob der Aist und Wiener Neudorf machen deutlich: Nachhaltige Mobilität entsteht dort, wo Gemeinden, Betriebe, Bauträger und weitere Partner gemeinsam an Lösungen arbeiten. Ob kleine Landgemeinde oder stark belasteter Wirtschaftsstandort – entscheidend sind ein klares Zielbild, gute Konzepte, Kooperation und der Mut zur Umsetzung.