Die Bestandsanalyse zeigt: Das Verkehrsaufkommen im Stubaital wird stark durch den talinternen Alltagsverkehr geprägt. Rund 4.000 Personen pendeln innerhalb des Tales, zusätzlich verlassen täglich mehrere tausend Menschen das Tal – ein Großteil davon Richtung Innsbruck. Gleichzeitig steigt die Verkehrsbelastung auf der zentralen Achse B183 und in den Ortsdurchfahrten weiter an, insbesondere an Spitzentagen, wenn es zur Überlagerung mit dem touristischen Tagesverkehr kommt (Zufahrt Skigebiete|“Gletscherverkehr“).
„Push & Pull“ ein wichtiger Grundsatz des Gesamtkonzepts
Um der Kernstrategie „Verkehr vermeiden – verlagern – verbessern“ gerecht zu werden, sollen einerseits Anreize geschaffen werden, um klimafreundliche Mobilität attraktiver zu machen und andererseits lenkende Maßnahmen umgesetzt werden, um die die Automobilität wirksam zu dämpfen.
Kurzfristige Maßnahmen: ÖV stärken und flächendeckende Parkraumbewirtschaftung
Ein Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Busachse zwischen Innsbruck und dem Stubaital. Das neue Fahrplanangebot der Regionalbusse ab Mai 2026 soll durch schnellere und leistungsfähigere Verbindungen entlang der B183 ergänzt werden (Expressbusse, Busspur A13). Ziel ist eine Fahrzeit von rund 35 Minuten zwischen Innsbruck und Neustift. Der Einsatz von Elektrobussen wird empfohlen.
Parallel dazu sollen wichtige Bushaltestellen aufgewertet werden – barrierefreier Zugang, Modernisierung der Wartehäuschen, dynamische Fahrgastinformation, überdachte Radabstellanlagen und zum Teil Ergänzung mit Sharing-Angeboten.
Begleitend wird eine talweite Parkraumbewirtschaftung empfohlen. Sie schafft nicht nur einen klaren Lenkungseffekt zugunsten des öffentlichen Verkehrs, sondern generiert auch Einnahmen, die zweckgebunden in nachhaltige Mobilitätsmaßnahmen investiert werden können.
Mittelfristig: Park & Ride und autonome Zubringer
Als nächster Schritt wird die Errichtung eines zentralen Park-&-Ride-Standorts im Stubaital empfohlen. Dieser soll vor allem Pendler:innen und Tagesgäste zum Umstieg auf den Bus motivieren.
Zur flächigen Erschließung könnten autonome Kleinbusse als Zubringer eingesetzt werden und zum Teil Regionalbusse ersetzen. Eine Vielzahl an Begleitmaßnahmen, von besseren Anbindungen an die Radroute 19, über Beruhigung der Ortsdurchfahrten und Bewusstseinsbildung, … runden das Konzept ab.
Langfristige Vision: hochwertiger Schienenanschluss
Als langfristige Vision wird ein hochwertiger Schienenanschluss ins Stubaital (mindestens bis Fulpmes) gesehen, der durch Ausbau|Beschleunigung der Stubaitalbahn oder durch einen Anschluss an die Brennerbahn erreicht werden könnte. Die Verlegung der Talstationen der Seilbahnen an die B183 und die Entwicklung eines zentralen Mobilitätsknotens („Stubai-Zentral“) prägen das zukünftige Talbild.
(C) Bild: Gemeinde Mieders